(F)LYING FOR 2

Vorwort zur Intention meines Textes:

Ich habe zu Werner Burger keine Beziehung, weder eine geschäftliche noch eine emotionale. Es geht mir auch nicht darum ihm „eins auszuwischen“. Wäre er ein Solopilot, der allein mit seinem Gleitschirm flöge, hätte ich überhaupt kein Problem damit. Andere auch nicht. Aber er ist ein Tandempilot. Seine Passagiere, die meistens nicht aus der Gleitschirmszene stammen, finden auf seiner homepage nirgends einen Hinweis auf die zum Teil schweren Verletzungen, die sich andere Passagiere bei einem Tandemflug mit ihm bereits zugezogen haben. Im Gegenteil. Weil ich Werner Burger aber inzwischen kennengelernt habe (als Zeugin nach einem Unfall), mehr über seine Ausrüstung und sein fliegerisches Können erfahren habe und erleben musste, wie er mit Verantwortung umgeht, fühle ich mich zukünftigen Passgieren gegenüber verpflichtet, darauf hinzuweisen, dass ein Flug mit Werner Burger nicht ungefährlich ist. Ich möchte wie ein Warnschild fungieren, dass auf für Laien unsichtbare Gefahren aufmerksam macht. Der Staat schreibt das beispielsweise bei Zigarettenpackungen vor, an der S16 gibt es eine Hinweistafel auf einen unfallträchtigen Streckenabschnitt, usw… Mir stehen zur Aufklärung leider nur Worte zur Verfügung, mit denen ich die Fakten verständlich aufbereiten kann. Schweigen ist für mich keine Option, denn aus dem Wissen erwächst Verantwortung. Wie könnte ich sonst einem Unfallopfer gegenüber argumentieren, wenn es mich fragt, warum hast du mich nicht gewarnt? Da Werner Burger trotz der Fakten abstreitet, dass bei ihm mehr Unfälle als bei anderen Tandempiloten in der Region passieren, habe ich meinen Text mit lying for 2 betitelt, in Anlehnung an seinen Firmennamen flying for 2.

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* … zum Zeitpunkt der Verfassung dieses Textes (20. August 2016). Begründung: 1. Zitat aus der sachverständigen Begutachtung zum Unfall vom April 2011: Werner Burger hat flugtechnisch, flugtaktisch und bei der Wahl seiner Ausrüstung keinen entscheidenden Beitrag zur Risikominimierung bei Tandemflügen geliefert. 2. Im August 2016 wurde Werner Burger dabei beobachtet, wie er einen zu leichten Passagier (kleiner Bub) mit zwei Wasserkanistern beschwerte, die er am Gurtzeug anbrachte. Werner Burger verwende zu diesem Zweck auch alte Ketchupkübel aus der Gastronomie, die er mit Wasser fülle, berichtet ein anderer Augenzeuge. Angesichts solch kreativer Sicherheitstandards wäre „Art“ vielleicht doch die richtige Schreibweise…

(F)LYING FOR 2

Versuch eines Portraits (Text: Martina Mittelberger)

Die gute Nachricht Werner Burger hat aufgegeben. Nein, nicht das Tandemfliegen. Das leider nicht. Werner Burger hat in einem Gerichtsverfahren aufgegeben und sich den Forderungen der Klägerin vollständig unterworfen. Frau K. bekommt endlich eine finanzielle Entschädigung wegen der erlittenen Schmerzen und der ihr entstandenen Kosten. Fünf Jahre lang hatte sich Werner Burger gewehrt, Verantwortung für den Unfall zu übernehmen. Er war sich noch nie einer Schuld bewusst, wenn ein Passagier nach dem Start mit dem Spezialisten für unvergessliche Gleitschirmflug-Erlebnisse (Zitat von seiner homepage) verletzt liegen blieb. Ein Werner Burger, der von sich selbst behauptet, weit über 5000 Tandemflüge professionell abgewickelt zu haben, macht keine Fehler. Auch wenn zahlreiche Filmdokumente anderes belegen. Wäre es nicht so tragisch, könnte man über diese Videos lachen, in denen er samt Fluggast mit Rückenwind in Heuballen donnert, bei Startversuchen auf seine Passagiere stürzt, sie über den Hang schleift, ohne Rücksicht über einen ausgelegten Schirm trampelt und diesen sogar mitreißt. Hier ein paar Standbilder daraus zu Cartoons gruppiert:

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Das Lachen vergeht einem beim Ansehen des Videos, das ihn hoch in der Luft zeigt, obwohl sich im Tal die Bäume bereits in der Böenwalze eines Gewittersturms biegen. Mit angelegten Ohren versucht er der gefährlichen Situation Herr zu werden. Dass man knapp vor einer Front gar nicht erst startet, dürfte ihm trotz „jahrzehntelanger Erfahrung“ entgangen sein.

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Nicht immer gibt es so handfestes Beweismaterial. Werner Burger hat dem Anschein nach Beziehungen, um Presseberichte zu unterdrücken (vor kurzem hat sich wieder eine Passagierin die Knochen gebrochen – mehr dazu am Ende des Textes). Aber wenn doch einmal in der Zeitung steht, dass ein Unfall im Zuge eines Tandemflugs passiert ist, ahnt man den Namen des Piloten: Werner Burger. http://www.vol.at/zwei-verletzte-bei-absturz-von-paragleiter-in-gaschurn/4053731) Bei diesem Beispiel nannte Werner Burger folgende Ursache für das Malheur: Plötzliches Einklappen des Schirmes, nachdem man zu Mittag „bei leichtem Aufwind“ gestartet sei. In Wirklichkeit herrschte an diesem Tag (10.8.2014) Föhn, mit Spitzen von 60 km/h, wie auch ein Laie an dem Winddiagramm ablesen kann. Aber für den Föhn lässt sich ein Werner Burger natürlich nicht verantwortlich machen und die Passagierin verzichtete auf eine Anzeige. Woher sollte sie auch wissen, dass Gleitschirmfliegen bei Föhn einem russischen Roulette gleich kommt?

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Das Opfer bin ich!

„Ich wurde noch kein einziges Mal verurteilt!“, wehrt sich Werner Burger gegen die zunehmende Isolierung innerhalb der Gleitschirmszene. Er wittert eine Verschwörung hinter der „verleumderischen Rufschädigung“, die er bloß dem Neid auf sein florierendes Tandemunternehmen zuschreibt und droht mit Klagen, wenn man es wagt, sein fliegerisches Können öffentlich anzuzweifeln. Veranstalter tun sich schwer, ihn auszuschließen. Werner Burger ist bekannt für seine niedrige Hemmschwelle zu prozessieren und seine (eingebildeten) Feinde vor Gericht zu zerren. Und so kam es auch, dass Werner Burger beim Frühlingsspektakel am 25. April 2011 als Tandempilot agieren durfte, obwohl man kein gutes Gefühl dabei hatte. Bevor ich die Ereignisse dieses Tages und deren Folgen schildere, möchte ich erklären, weshalb ich Burger stets mit seinem Vornamen Werner bezeichne: Es gibt zwei Burger. Dass die beiden Brüder sind, macht es nicht besser. Werner Burger betreibt seinen Tandembetrieb in St. Gallenkirch unter „flying for 2“. http://www.flyingfor2.at. Kurt Burger nennt sein Unternehmen für Tandemflüge in Gaschurn „Tandem Kurt“ http://www.tandemkurt.com/ und hat nichts mit den zahlreichen Horrorgeschichten, die mit „Burger & Tandemflüge“ verknüpft sind, zu tun. Um derartige Verwechslungen zu vermeiden, verwende ich in meinem Text immer den vollen Namen Werner Burger, während ich andere Beteiligte durch Abkürzungen anonymisiere.

Ein langer Prozess 

Nachwehen eines Spektakels Im Dorfzentrum von Schnifis, auf dem Fußballplatz gegenüber der Feuerwehr fand am 25. April des Jahres 2011 das schon traditionelle Frühlingsspektakel statt. Der hiesige Gleitschirmverein lud zu einem Volksfest mit Flugshows und Grillwürsten. Im Vorfeld konnte man online einen von rund 40 günstigen Tandemflügen buchen, die von der Flugschule flight connection arlberg (fca) organisiert wurden. Das Festpublikum bekam von diesen Passagierflügen allerdings nichts mit, weil alle Tandem-Piloten angewiesen worden waren, auf den großen, hindernisfreien Wiesen im Ried zu landen. Bis sich Werner Burger entschloss, auf dem Fußballplatz zu landen. Als Grund dafür gab er im Verlauf der späteren Gerichtsverhandlung immer neue, zum Teil haarsträubende Erklärungen ab. Mir sagte er wahrscheinlich die Wahrheit. Doch der Reihe nach… Der Fußballplatz in Schnifis, auf dem das Fest stattfand, wird bei ruhigen Windverhältnissen von Solopiloten mitunter als Landewiese benutzt. Da er aber von Häusern umgeben ist, bilden sich bei stärkerem Talwind Leerotoren aus, die jeder vernünftige Pilot aus Eigeninteresse meidet. Der offizielle Landeplatz von Schnifis befindet sich auf einem ca 50 Meter höher gelegenen Plateau und ist frei von derartigen Verwirbelungen. Ich war zur selben Zeit wie Werner Burger in der Luft. Gerne wäre ich vor aller Augen auf dem Festgelände gelandet, aber der Talwind blies schon recht kräftig und ich landete auf dem Plateau. Werner Burger schlug währenddessen mit seiner Passagierin K. in den Fußballplatz ein. Als ich beim Festplatz eintraf, wurde Frau K. von den anwesenden Rettungskräften gerade erstversorgt, man wartete auf den Hubschrauber. Verdacht auf Lendenwirbelbruch (der sich leider bestätigte). Wo aber war der Pilot? Da ich Werner Burger noch nie zuvor gesehen hatte, musste man ihn mir erst zeigen. Ich traute meinen Augen nicht. Er saß völlig ungerührt beim Fest und gönnte sich ein Bier, während Frau K. am anderen Ende des Platzes vor Schmerzen wimmerte. Wutentbrannt stellte ich Werner Burger zur Rede, wollte wissen, wie er auf die Idee gekommen sei, mit einer Passagierin im Fußballplatz zu landen, der doch für Tandempiloten absolut tabu ist. Werner Burger schaute mich verwundert an und sagte ganz naiv: „Weil hier die Leute sind.“ So ehrlich war Werner Burger nur vor Prozessbeginn. Später behauptete er, er habe keine Chance gehabt, gegen den sturmartigen Talwind noch ins Ried zu kommen. Und auf dem Plateau habe er nicht landen können, weil eine dunkle Wolke ihn weggesaugt habe. Der Fußballplatz wäre die einzige Möglichkeit gewesen. Eine Notlandung quasi. Er, Werner Burger, wieder einmal ein Opfer höherer böser Mächte. Lächerlich. Jeder der beim Fest anwesenden Piloten wusste, dass das ein haarsträubender Blödsinn war.

Trotzdem keine Konsequenzen?

Doch das Lachen verging allen, als die (bei so einem Unfall automatisch) eingeleiteten Ermittlungen gegen Werner Burger wegen fahrlässiger Körperverletzung einfach eingestellt wurden. Es wurde weder Anklage erhoben, noch kam es zu einem Prozess. Frau K. blieb auf den Therapiekosten sitzen, vom Schmerzengeld ganz zu schweigen. Dabei war die Faktenlage erdrückend! Abgesehen von Burgers fataler Fehlentscheidung für den Fußballplatz als Landeplatz kamen immer mehr schockierende Details ans Tageslicht. Werner Burger war mit einem sackfluganfälligen Schirm geflogen, mit dem er Wochen zuvor bei der fca vorstellig geworden war, um ihn trimmen zu lassen. Aus Filmaufnahmen vom Frühlingsspektakel ging hervor, dass Werner Burger einen für Tandemflüge ungeeigneten Sitzgurt verwendete, bei dem der Passagier nicht richtig durch einen Airbag geschützt wird. Zudem stimmt die Art der Aufhängung nicht. Werner Burger sitzt deutlich höher als der Passagier, der bei einem harten Aufprall nicht nur den gesamten Stoß abfangen muss, sondern auch noch Burgers Gewicht im Nacken oder im Rücken hat. Das Unfallopfer K. klagte daher Werner Burger auf dem Zivilrechtsweg. Dieses Mal wurde ein kompetenter Sachverständiger für Paragleiterunfälle bestellt und ein gerichtlicher Lokalaugenschein am Fußballplatz Schnifis durchgeführt. Ich war neben anderen als Zeugin geladen und hielt die interessantesten Passagen aus den Befragungen fest:

Die Notlandung

Werner Burger bleibt bei seiner Verteidigungslinie, es habe sich bei der Wahl des Fußballplatzes um eine „Notlandung“ gehandelt und wundert sich, dass es viele Zeugen gibt, die behaupten, von ihm anderes gehört zu haben. „Was sind das alles für Leute? Ich kenne sie gar nicht!“ „Wie war es denn aus Ihrer Sicht, Herr Burger?“, fragt der Sachverständige. „Ich hatte vor ihm Ried zu landen. Überm Plateau merkte ich plötzlich, dass ich keine Vorfahrt mehr hatte und dass es sehr turbulent war. Da war mir klar, ich musste so schnell wie möglich hinunter!“ „In den Fußballplatz?“ „Ja! Ich hatte keine andere Wahl!“ „Wie hoch waren Sie zu dem Zeitpunkt als Sie den heftigen Wind bemerkten über dem Plateau?“ „Zweihundert Meter!“ „Zweihundert Meter?“, staunt der Sachverständige. Dann zeigt er auf den Hügel südlich des Plateaus und sagt zu Burger: „Nur um Ihre Höhenschätzung einordnen zu können, wie groß ist Ihrer Meinung nach die Höhendifferenz zwischen der Plateauwiese und dem Waldhügel?“ „80 bis 100 Meter.“ „Und Sie waren z w e i hundert Meter über der Wiese?“ Burger bestätigt neuerlich, sichtbar ungehalten und irritiert vom Gekicher der Umstehenden. „Und mit dieser Höhe sahen Sie sich gezwungen, im Fußballplatz zu landen?“ „Sagte ich doch! Es war derart turbulent, die Schirme ringsum hatten Klapper, das sieht man auf dem Film, den ich dabei habe, dort sieht man auch die dunkle Wolke, die gesaugt hat wie die Sau, vielleicht war die auch für die Turbulenzen verantwortlich,“ „Eine saugende Wolke?“, unterbricht der Sachverständige den Redeschwall Burgers, „Konnten Sie denn Höhe gewinnen?“ „Nein, ich wollte runter!“ „Aber Sie sagten gerade, dass die Wolke saugte?“ „Ja aber nicht hinauf, sie machte nur die Turbulenzen“, sagt Burger und blickt missbilligend in die Runde der anwesenden Piloten, die sich das Grinsen nicht verkneifen können. „Lacht nur, das stört mich keineswegs. Ich wusste damals nur eines: ich musste so rasch wie möglich landen!“ „Herr Burger, wenn Sie so schnell wie möglich landen wollten, weshalb wählten Sie nicht das Plateau, das sich direkt unter Ihnen befand?“ Schweigen. „Wieso kämpften Sie sich gegen den Talwind von angeblich 40 km/h vor, um den tiefer gelegenen Fußballplatz zu erreichen?“ Schweigen. „Herr Burger, da liegt ein ziemlicher Widerspruch vor. Zudem, wenn der Wind mit der von Ihnen angegebenen Geschwindigkeit auf dieses ansteigende Gelände vor dem Plateau trifft, was passiert dann?“ Da Burger weiterhin beleidigt schweigt, beantwortet der Sachverständige selbst die Frage: „Dann kommen Sie nämlich gar nicht runter! Welche Trimgeschwindigkeit besaß denn der Scenic, den Sie an diesem Tag geflogen sind?“ Burger wirkt unsicher. „Knapp über 40 km/h?“ „Flogen Sie mit offenen Trimmern?“ „Ja.“ „Die Trimmer waren also geöffnet?“ Burger dämmert etwas und er nimmt seine Aussage zurück. „Nein. Das wäre bei Turbulenzen ja gefährlich.“ „Die Trimmer waren also zu?“ „Nein. Nicht ganz. Vielleicht zur Hälfte.“ „Sie kamen also bei 40 km/h Gegenwind, mit halb geöffneten Trimmern von der Kante dort oben bis in die Mitte des Fußballplatzes?“ „Mittendrin waren es vielleicht nur mehr 10 km/h Gegenwind, vielleicht sogar einmal null. Es wechselte ja ständig!“ „Aha. Eine andere Frage. Schildern Sie mir Ihre Landeeinteilung. Wo war die Position?“ Burger glotzt den Sachverständigen ratlos an. Er versteht die Frage nicht. Der Sachverständige präzisiert: „Die Landeeinteilung, Ihre Position, gab es einen Gegen- und Queranflug, wie wollten Sie landen?“ „Ja, halt im Fußballplatz! Sie stellen vielleicht komische Fragen!“ Der Sachverständige versucht mit weiteren Fragen die letzten Minuten des Fluges zu rekonstruieren, gibt aber mangels Erinnerungsvermögen Burgers auf. „Was passierte als Sie über dem Fußballfeld waren?“ „Zuerst war es furchtbar turbulent, dann wurde es plötzlich ruhiger.“ „Das nennt man Lee“, raunt einer der Zuhörer und fängt sich einen strafenden Blick der Richterin ein. „Dann bekam ich plötzlich einen Klapper.“ „Front- oder Seitenklapper?“ Achselzucken. Dann ein vager Versuch: „Seite?“ „Rechts oder links?“ „Also das weiß ich nun wirklich nicht mehr!“ „Was geschah dann?“ „Der Schirm öffnete wieder und wir landeten.“ „Wie war die Landung?“ „Also ich stand.“ „Sie stürzten nicht auf ihre Passagierin?“ „Nein.“ „Sie blieben stehen?“, staunt der Sachverständige. „Irgendwann saß ich schon auch auf dem Boden, aber gestürzt bin ich nicht.“ „Haben sie dabei die Passagierin berührt?“ „Nein!“ Frau K. erinnert sich hingegen deutlich an Burgers Körpergewicht im Rücken. So geht das stundenlang weiter….

Die Ausrüstung:

Werner Burger kam einige Wochen vor dem Frühlingsspektakel zu M. in die Flugschule, weil seine eigenen Trimm-Versuche bei seinem Scenic Tandemschirm nicht fruchteten und der Schirm weiterhin anfällig für Sackflug war und beim Start Probleme machte. In der Flugschulwerkstatt war man mit der Misere der Scenic-Schirme aus eigener Erfahrung vertraut. Die inneren Zellwände verdehnten sich bereits nach 100 Flügen derart stark, dass man den Schirm nicht mehr gebrauchen konnte. Eine Leinentrimmung nützt da gar nichts. „Schmeiß den Schirm weg!“, sagte M. deshalb zu Burger. „Sind Sie dieser Anweisung gefolgt?“, wendet sich die Richterin an Burger. „Er hatte ja noch einen gültigen Check!“ „Das war nicht meine Frage, Herr Burger“, sagt die Richterin. „Ich formuliere es anders. Sind Sie mit diesem Schirm nach dem Besuch in Flugschule noch geflogen?“ „Ja.“ „Wie lange?“ „Ein paar Wochen, vielleicht 7 oder 8 Flüge.“ Beim Frühlingsspektakel habe er jedoch einen anderen Schirm verwendet. Zeugenaussagen widersprechen und das Polizeifoto vom Typenschild des Unfallschirms gibt ihnen recht. Die Richterin lässt Werner Burger trotzdem noch eine Chance: „Sie sagen, dass Sie einen zweiten Schirm derselben Type und Bauart gehabt haben. War dieser in der Qualität ähnlich, besser oder schlechter als der, den Sie wegwerfen sollten?“ „In etwa gleich.“ Bei dieser Antwort zuckt sogar Burgers sonst so apathisch wirkende Anwalt zusammen.

Angriff als Verteidigung

Doch Werner Burger merkt nicht einmal, wie er sich um Kopf und Kragen redet. Er ist sich keiner Schuld bewusst. Im Gegenteil. Schuld tragen seiner Meinung nach die Passagierin (Zitat: „Der Unfall ist ua deshalb zustande gekommen, weil die Klägerin sich nicht an die Anweisungen gehalten hat“) und derjenige, der ihn nicht am Start gehindert hat. Zitat aus Burgers Schreiben an den Staatsanwalt „zur Einleitung eines Strafverfahrens“ gegen den Veranstalter des Frühlingsspektakels (Gleitschirmverein) und der Flugschule: „Weil die Veranstaltung nicht frühzeitig abgebrochen wurde, setzten sie weit mehr als 10 Personen, höchstwahrscheinlich vorsätzlich, der Gefahr des Todes bzw. der schweren dauernden Körperverletzung aus.“ Das muss man sich auf der Zunge zergehen lassen: Werner Burger wirft der Flugschule und dem Gleitschirmverein vor, VORSÄTZLICH den Tod von mehr als 10 Personen in Kauf genommen zu haben. Werner Burger, dessen Passagiere schon das unvergessliche Gleitschirmflugerlebnis im Rettungshubschrauber fortsetzen mussten, Werner Burger, der bei Föhn und vor Gewittern fliegt, der leichte Passagiere mit Ketchupkübel beschwert, dieser Werner Burger rät dem Staatsanwalt zu einem Strafverfahren gegen Flugschule und Gleitschirmverein wegen vorsätzlicher Körperverletzung. Muss ich noch weiter schreiben? Eigentlich hätte ich diesen Text mit dem positiven Ausgang des Zivilprozesses für Frau K. beenden wollen. Werner Burger bzw. seine Versicherung erfüllten zu guter Letzt sämtliche Forderungen des Unfallopfers, was quasi einer Schuldeinsicht gleich kommt. Eine „Verurteilung“ fällt dadurch allerdings weg, weil das Verfahren einfach geschlossen wird. Ende gut, alles gut? Leider nein.

Die nächste bitte…

Erst vor wenigen Wochen, am 14. August 2016, wurde wieder eine Passagierin Werner Burgers schwer verletzt (diverse Knochenbrüche). Ursache waren neben ungünstigen Windverhältnissen wohl auch die bereits 2015 vom Gutachter kritisierte Starttechnik Burgers, die (Zitat) in zumindest drei sicherheitsrelevanten Punkten nicht dem Stand der Technik entspricht (und in der Bildserie am Ende des Textes ersichtlich ist): 1. Der Pilot zieht den Gleitschirm sehr energisch und vehement auf und stoppt ihn nicht ausreichend. Als Folge überholt die Gleitschirmkappe das Pilot/Passagiergespann, die Leinen entlasten und es besteht die Gefahr des Einklappens der Kappe. Der Zug nach oben lässt plötzlich nach, der Passagier stolpert, der Pilot überrennt den Passagier 2. Der Start von Herrn Burger zeigt keinerlei visuelle Überprüfung des Fluggerätes und keine Startentscheidung. Er zeigt wenig Ruhe und Kontrolle; viel Dynamik und Hektik 3. In der Abhebephase ist der Pilot Burger bei allen gesichteten Starts VOR seinem Passagier in der Luft, stellt die Laufbewegung ein und setzt sich ins Gurtzeug, während sein Passagier das Tandemgespann auf Abhebegeschwindigkeit beschleunigt. Dadurch verliert Burger die Kontrolle über den Passagier und kann eventuelles Fehlverhalten seines in der Regel fliegerisch unbedarften Gastes nicht korrigieren. Ursache ist hier die falsche Aufhängung….. Nach ziemlich genau diesem Ablauf (vom Gutachter im Jahr 2015 prophetisch beschrieben) hoben die beiden zwar ab, krachten aber infolge des einseitig eingeklappten Schirmes mit hoher Geschwindigkeit in die felsdurchsetzte Bergflanke. Obwohl die Passagierin vor Schmerzen stöhnte, wollte Werner Burger nicht, dass jemand die Rettung rief. Damit solle man noch warten, meinte er. Auf was? Jeder weiß, wie wichtig eine rasche ärztliche Behandlung sein kann. Bei einem Lungenriss oder Wirbelverletzung entscheiden Minuten. Aber Werner Burger hatte keine Eile.

Keine Rettung rufen?

„Nein, noch warten“, sagte er mehrmals, wohl den Aufsehen erregenden Hubschraubereinsatz fürchtend. Die Gesundheit der Passagierin schien ihn weit weniger zu kümmern. Umstehende, die Zeugen des Unfalls geworden waren, zögerten jedoch nicht und alarmierten die Rettung. Verwunderlich ist, dass in den Medien kein Wort über den Unfall, bei dem zwei Hubschrauber im Einsatz waren und eine Person schwer verletzt ins Spital eingeliefert werden musste, zu lesen war. Weder auf www.vol.at noch in den lokalen Nachrichten. Es wurde lediglich ein Paragleiter erwähnt, der in Andelsbuch in einem Baum hing. Das ist für die Öffentlichkeit offenbar von größerem Interesse, als dass zukünftige, ahnungslose Passagiere den Namen des ausführenden Tandemflugunternehmens erfahren. Jetzt übernehme eben ich diese informative Funktion so gut ich kann. Werner Burger wird mich deshalb womöglich versuchen zu verklagen. Soll er. Dieser Text beruht auf beweisbaren Fakten und Zeugenberichten. Vielleicht bewahrt er jemand vor Hals- und Beinbruch. Das ist mir eine Klage wert. Noch lieber wäre es mir allerdings, wenn Werner Burger aus den Unfällen und der vielseitigen Kritik des Gutachters an Ausrüstung und Starttechnik endlich lernen und die entsprechenden Konsequenzen daraus ziehen würde. Die Wahl liegt bei ihm.

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Copyright: Der Text darf nur zur Gänze und in Kombination mit meinem Vorwort heruntergeladen und weiter verwendet werden. Das Entnehmen von Textpassagen (Auszüge) oder Änderungen / Ergänzungen des Textes erlaube ich nicht. Denn nur in der jetzigen Fassung ist jeder Satz mit meinem Anwalt abgesprochen.

Dieser Text wurde uns zugespielt. Da er von allgemeinem fliegerischen Interesse scheint, wird er hier veröffentlicht. Das heißt aber nicht, dass er die Meinung des Clubs widerspiegeln muss.

https://www.fca.at/news/532

 

Bericht Clubausflug

Am Sonntag den 25.09.16 fand der diesjährige Clubausflug statt. Ursprünglich war geplant, zur Ebenalp zu fahren, jedoch haben wir uns kurzfristig dazu entschieden, den Clubausflug ins Montafon zu verlegen. Dort schienen uns die fliegerischen Bedingungen besser.

Somit fuhren wir bei strahlendem Sonnenschein auf den Golm, von wo aus wir eine schöne Runde zum Lünersee und über die Zimba zurück nach Schruns fliegen konnten. Danach fuhren wir aufs Hochjoch, wo wir dann nach einem guten Essen einen Abendflug absolvierten.

 

Wir bedanken uns bei allen Teilnehmer. Es hat saß gemacht.

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Unfall von Tandempilot Werner Burger www.flyingfor2.at

Wieder ist Tandempilot Werner Burger von www.flyingfor2.at mit einem Passagier eingeschossen. Kurz nach dem Start an der Wormser Hütte prallte das Tandemgespann wieder auf den Boden. Dabei zog sich die Passagierin eine Verletzung in Form eines Armbruchs zu. Der Unfall passierte im August 2016 genau 2 Jahre nach seinem letzten Unfall mit verletztem Passagier in Gaschurn im Jahr 2014.

 

Auch unser Verein hatte ja noch ein gerichtliches Nachspiel aufgrund des schweren Unfalls von Werner Burger von www.flyingfor2.at mit einem Tandemschirm beim Frühlingsspektakel 2011.