Tandem Streckenflug mit Chrigel Maurer

August 31, 2010 in News-Archiv von Matthias

Ist zwar schon eine Weile her, aber hier noch der Bericht vom Passagier von Chrigel Maurer bei seinem Tandem-Streckenflug vom Golm am 2.7.10. Er ist selbst Gleitschirmpilot und wollte sich zum Streckenfliegen einige Tipps vom Profi geben lassen. Moses (nicht Gerd) hat sich den Flug zum Geburtstag schenken lassen:

Hallo zusammen!

Freitag Morgen 7:30 Uhr recht spontan ging’s los mit Gebi als Begleiter

und Fotograf.

9:45 Talstation Schnifis, wir warten auf Chrigel und kommen mit einem

jungen Flieger ins Gespräch, der, wie sich herausstellte, auch auf

“unseren”, Chrigel wartet, der dann auch ein paar Minuten später mit

fragendem Blick auf uns zu kam.

Der Wetterbericht passte nicht zu dem, was wir mit Blick zum Himmel

sahen!

Schnell war dann auch klar, dass der junge Flieger der Local Matthias

ist, der extra hinzubestellt wurde um noch wichtige Insider Infos zu

bekommen.

Nach kurzer Beratschlagung beschlossen wir, einstimmig :-) , dass wir

etwas weiter in die Alpen an den höhergelegenen Golm fahren, um bessere

Thermik anzutreffen.

Am Golm angekommen steigt das Adrenalin!

Halte ich da durch? Stunden als Passagier am Tandem? Nachdem ich meine

beiden letzten Tandempassagiere nach nicht mal 30 Minuten frühzeitig

absetzen musste um eine außerplanmäßige Komplettreinigung zu

verhindern.

Ungewöhnlich ging es weiter, da Chrigel die gesamte Ausrüstung kompakt

gepackt selber trug und ich so völlig ohne irgend etwas das mit Fliegen

zu tun hat Richtung Startplatz hochschlenderte. So fehlte mir auch

immer mehr das übliche “ja es geht zum Fliegen Feeling”, worauf ich

Chrigel sagte er solle mir doch bitte den Packsack geben, mir fehle

sonst was.

Der nahm ihn mal locker runter und ich ihn nicht ganz locker rauf.

Puhh, der war zwar immer noch kompakt und klein aber die 30 Kilo…

blöde war nur, dass irgendwer meinte man könnte auch Diritissima gehen,

na ja der Gipfel war ja schon in Sichtweite so biss ich mich eben

durch.

Oben angekommen genossen wir das gigantische Alpenpanorama und die

unzähligen Möglichkeiten die sich daraus erschlossen!

Nach kurzem Briefing startete Matthias ganz easy in die auf uns

wartende Thermik.

Chrigel und ich zögerten auch nicht lange und schon waren wir Airborne!

Gebi schaffte es gerade ein paar Startfotos zu machen, dann half auch

sein Zoom nicht mehr und hinterher fliegen war dann auch recht schnell

gelaufen, so zogen wir zu zweit von Berggipfel zu Berggipfel und

überquerten mehrere Täler.

Während des 3 stündigen Fluges haben wir ca.60km zurückgelegt, für

Flieger: ein 57,4km großes FAI Dreieck, sind dank der guten Thermik

9.047 Höhenmeter gestiegen bis zu einer Maximalhöhe von 3.454m und

einem maximalen Steigen von 8,9m/Sekunde!

Die Route führte vom Golm übers Gauertal, links von der Lindauer

Hütte mit Blick auf Schesaplana, Drusenfluh und Sulzfluh an die

Tschaggunser Mittagsspitze, die wir dann gut überhöhten um anschließend

direkt das Montafon zu queren rüber zum Hochjoch rechts der Wormser

Hütte. Dann auf dem Grat der Verwallgruppe Richtung Madererspitze um

mit viel Höhe rüber zu gleiten über das Silbertal-Gaflunatal weiter

Richtung Spullersee über dem Klostertal mit Blick auf den Eingang des

Arlbergtunnels.

Nähe Ditteshütte konnten wir wieder so viel Höhe machen, dass wir von

der Thermik versetzt Richtung Rote Wand fliegen konnten da wir diese

unbedingt aus der Nähe betrachten mussten!

Beim Rüberfliegen konnten wir kurz vor Höhe Freiburger Hütte noch ein

paar Gämsen springen sehen, allerdings zu tief als dass ich sie

fotografieren hätte können. Von der Rote Wand ging’s im, wie Chrigel

meinte, effektiven Flug (Fluglinie mit Lineal gezogen bei leichtem

Steigen) über Gamsfreiheit, Geisberg zum Hoher Fraßen bei Bludenz von

wo aus wir quasi den Endanflug nach Vandans antraten.

Beim Überflug von Bludenz an den Ausläufer der Vandanser Steinwand,

unterhalb der imposanten Zimba, ließen wir das Brandnertal rechts

liegen. Chrigel flog noch einen Helikopter (Trudeln) bevor wir dann mit

etwas leeigem Talwind genüsslich am Landeplatz einschwebten.

Chrigel, ein wirklich super netter Kerl, hatte mit mir während des

Fluges sämtliche Taktiken ect. besprochen und mir somit wertvolle Tipps

für meine Streckenflüge mitgegeben.

Glücklich und zufrieden am inoffiziellen Landeplatz 50m neben dem

geparkten Auto gelandet bekamen wir gleich Besuch vom Jäger, der dann

aber mit dem bereits herbeigeeilten Matthias seine Jägersorgen

diskutierte…

Nach einem kühlen Jever Fun und einer kleinen Nachbesprechung so wie

Autogrammstunde machte sich Chrigel auf zur „Crossalps 2010 –

Wendepunkt am Limit!“ http://www.crossalps.com , welche er dann auch

direkt für sich entschied.

Ich hoffe Ihr hattet etwas Spaß auf meinem Fest, so wie an meinem

kleinen “Erlebnisbericht”. Also i muaß saga:”Mir hot´s sau guat gfalla

allas mitanand”

Danke an alle

Euer Moses

P.S.Für die, denen Chrigel oder “der Adler von Adelboden” nicht so viel

sagt.

Tipp für Musiker: wo isch´s Voglelhisle? Jo, genau im Berner Oberland

:-)

oder einfach mal auf seine Homepage schauen

http://www.chrigelmaurer.ch

Bildergalerie.pdf

Weg zum Startplatz

Briefing

Pilotenwechsel